Sagen

Das Hardermandli blickt auf das einstige Kloster

Die Zwerge setzten den "Harder" an seine letzte Ruhestätte

Die Sage vom Hardermanndli

Als das Gotteshaus Interlaken auf der Höhe seiner Macht stand und kluge Pröpste seinen Besitz bis weit über die Tore Berns ausdehnten und ringsum den besten Alpbesitz in ihren Händen zu vereinigen verstanden hatten, als die Fülle und Üppigkeit die Losung seiner Mönche geworden waren, verging auch der Ruhm der Frömmigkeit, den das Kloster einst im ganzen Deutschen Reich besass und welche selbst Briefe und Privilegierte der Kaiser und Könige bezeugten.

Einst traf ein hoch am Harder lustwandelnder Mönch im Walde ein Unterseeer Kind beim Holzsammeln. Er stellte ihm nach und jagte es den Waldweg entlang. Da sprang das verfolgte Mädchen in seiner Herzensangst über die furchtbare, jähe Fluh hinaus und zerschellte in der Tiefe.

Der Mönch aber wurde vom himmlischen Richter irdischer Untaten in Stein verwandelt und verflucht, unerlöst jahrtausendelang zu der Stelle seines Verbrechens niederzuschauen. Noch heute zeigen die Kinder zum steinernen Antlitz hoch über Interlaken, die Mütter aber lehren ihre Buben, wie Leidenschaften dem Menschen ein elendes Leben und ein schreckliches Ende bereiten können und wie die fürchterlichen Strafen leiblicher und geistiger Verdammnis dem Übel folgen. (aus dem volksmund)

Der Riese vom Harder

Die Geschichte vom Riesen Harder wird von Hilde Furer in einem grauslich schönen Bilderbuch, illustriert von Gottfried Strasser, erzählt.

Es lebt’ einmal ein Ries’ in unserm Land;
Der Harder ward überall genannt.
Sein Haar war zottig, struppig war der Bart,
die Stimme tief und fürchterlicher Art.
In seiner Hand er einen Knüttel trug,
mit dem er oftmals wütend um sich schlug.

Doch jede Tyrannei findet früher oder später ihr Ende. Dem Despoten am Harder haben fleissige und tapfere Zwerglein den Garaus gemacht.

«Ab sägen wir ihm beide Bein’
Damit er nie mehr raubt ein Kälbelein».
Zwerg Klugebart, der nickte stumm
und sprach: «Das wär’ nicht dumm.
Weit besser schiene mir jedoch
ihn zu versenken in ein Loch.

Die Bilderbuchgeschichte findet sich im Jubiläumsbuch «100 Jahre Harderbahn» originalgetreu dargestellt.

Der helle Lichtstrahl ist vom Bödeli gut sichtbar.